Kann man Eltern dazu zwingen für ihre Kinder zu sorgen?

Dieser Frage mussten sich bis vor einigen Tagen die Richter des Bundesverfassungsgerichts stellen. Ihre Antwort: Nein!

Verhandelt wurde der Fall einer Mutter die ihren Sohn, wegen Armut und Arbeitslosigkeit in ein Heim gab und eines „Vaters“ oder wohl eher Erzeugers, der zwar monatiche Unterhaltszahlungen leistet, sich aber strickt weigert sein Kind zu besuchen und eine persönliche Beziehung zu ihm herzustellen.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass man elterliche Fürsorge nicht mit Gewalt durchsetzen kann und ein Kind diesen Umständen nicht aussetzen sollte.

Soweit der rechtliche Grundsatz auf den zukünftige Verfahren aufbauen werden und der immer wieder als Präzedenz heran gezogen werden wird.

Was doch aber wesentlich wichtiger und vor allem erschreckender ist, ist das verkorkste Bild einer Vaterfigur die sich um ihr eigen Fleisch und Blut nicht kümmert, weil er befürchtet seine aktuelle Beziehung könnte daran zerbrechen. Dieser Mann zeugte vor etwa 10 Jahren einen kleinen Jungen, der nun die ersten 9 Jahre seines Lebens alleine bei seiner Mutter aufwuchs, ohne männlichen, väterlichen Einfluss und Halt in seinem Leben. Das einzige was dieser Mann ihm gab war eine monatliche Überweisung auf das Bankkonto seiner Mutter, die selber nicht in der Lage war, ihrem Sohn eine aussichtsreiche Zukunft aufzubauen und sich nun dafür entschloss ihn ins Heim abzugeben.

Da stellt sich mir, sicherlich dadurch versteckt, dass ich selber ab dem achten Lebensjahr nur von meiner Mutter erzogen wurde, die Frage: Was für ein Bild von Elternschaft haben diese Menschen und wissen sie denn überhaupt was sie ihrem Sohn damit antun?

Wenn man ein Kind zeugt (um die Rolle des Vaters nicht außen vor zu lassen) und auf die Welt bringt, geht man die ultimative Verpflichtung für ein menschliches Wesen ein! Man ist verpflichtet, für diesen kleinen Menschen zu sorgen, ihn zu erziehen, ihm Werte zu vermitteln, für ihn da zu sein, ihm den Lauf des Lebens zu erklären und gewinnt durch all diese Aufgaben ein unwahrscheinliches Recht! Das Recht ein Vater oder eine Mutter zu sein. Das Recht die ersten Schritte und Worte seines Kindes mit zu erleben. Das Recht zu sehen wie es lernt und wächst, wie es aufwächst und in die Schule kommt, seine erste Liebe und seine erste Enttäuschung erlebt. Das Recht einen Menschen zu beobachten wie er vom kleinsten aber wunderbarsten menschlichen Lebewesens zu einem/einer erwachsenen, auf eigenen Beinen stehendem/n Mann bzw zu einer Frau wird.

All das bekommt man geschenkt, dafür, dass man einfach versucht sein bestes zu geben und versucht das beste für einen jungen Menschen, der einem mehr bedeuten sollte als alles andere auf der Welt, zu erreichen.

In meinen Augen, kann man das von jedem Menschen erwarten. Nicht das er Kinder bekommt, nein, aber wenn er sie bekommt, dass er dann alles in seiner Macht stehende tut, um sie auf den richtigen Weg im Leben zu führen!

Wenn ein Vater, sich weigert diese Pflichten zu erfüllen, sollte man ihn keinen Vater nennen. Aber man sollte ihn auch nicht dazu zwingen Zeit mit diesem armen, kleinen jungen zu verbringen, denn er würde ihm nicht gut tun! Er hat keine Vorstellung davon was es bedeutet Vater zu sein, für ein Kind zu sorgen und er würde höchst wahrscheinlich das Leben dieses Kindes nur noch mehr aus der Bahn werfen.

Er ist kein Vater und er hat kein Anrecht die wunderbare Entwicklung dieses Jungen mit zu erleben. Das hat er verspielt in dem Moment als er sich entschied sich von diesem Kind abzuwenden.

~ von jonashoffmann am April 7, 2008.

Eine Antwort schreiben